ANAMNOX
in Kläranlagen

Worum geht es?

Durch den Einsatz des Anammox-Prozesses (anaerobe Ammonium-Oxidation) können Kläranlagen ihre Stickstoffelimination energieeffizienter gestalten, Betriebskosten deutlich senken und den Bedarf an externen Kohlenstoffquellen vermeiden. Die größte Herausforderung ist die gezielte Steuerung der Mikroorganismen, insbesondere die Unterdrückung von nitritoxidierenden Bakterien.

Vorteile

  • Im Vergleich zur klassischen Nitrifikation/Denitrifikation können die Energiekosten um bis zu 85 % reduziert werden.

  • Der Prozess nutzt Ammonium und Nitrit direkt, wodurch keine Zugabe von Methanol oder anderen Kohlenstoffträgern erforderlich ist

  • Systeme wie Anita™ Mox erreichen über 90 % Ammoniakentfernung bei geringen Betriebskosten

  • Weniger CO₂-Emissionen und geringerer Chemikalienverbrauch verbessern die Umweltbilanz einer Kläranlage.

Wie geht das konkret?

Partielle Nitritation (PN/A):

  • Wichtig, um ausreichend Nitrit für die Anammox-Bakterien bereitzustellen. Herausforderung: Nitritoxidierer (NOB) müssen gezielt unterdrückt werden, da sie sonst Nitrit zu Nitrat oxidieren.

  • Reaktor-Design:

    • Einsatz von speziellen Reaktortypen wie Moving Bed Biofilm Reactor (MBBR) oder Sequencing Batch Reactor (SBR), die stabile Bedingungen für Anammox-Bakterien schaffen.

  • Temperatur- und Sauerstoffkontrolle:

    • Anammox-Bakterien arbeiten optimal bei 30–40 °C und unter streng anaeroben Bedingungen. Schon geringe Sauerstoffeinträge können die Reaktion stören.

  • Kultivierung von Anammox-Organismen: