VITALO Mikrobiom-Analysen von Zootieren
Die Fütterung von Zootieren ist eine besondere Herausforderung. Die Tiere essen in freier Wildbahn vitaminreiche Wildfrüchte. Diese unterscheiden sich erheblich von hier verfügbaren industriell gezüchteten Früchten, z.B. durch deutlich höhere Zuckergehalte bei weniger Vitaminen. Durchfall, Herzerkrankungen, Diabetes und andere Zivilisationkrankheiten können in der Folge auftreten.
Unsere Mikrobiom-Analysen (Säugetiere) können deutlich tiefergreifende Erkenntnisse liefern als Kotwaschungen oder Analysen auf Nährstoffgehalte, Fasergehalte oder Eiweiß.
Lassen Sie uns ein Pilotprojekt für Ihren Zoo starten.
Vorteile der VITALO Mikrobiom- Analysen
Während normale Analysen auf Nährstoffgehalte, Fasergehalt, Eiweiße, etc nur statische Werte liefern, erfassen unsere bakteriellen Mikrobiom-Analysen die Stoffabläufe im Körper sowie deren Auswirkungen auf die Tiergesundheit und andere Organe.
Bakterien-Lebensgemeinschaften reagieren sehr sensibel auf Veränderungen im Mikrobiom.
Anhand dieser Veränderungen lassen sich ernährungsbedingte Entgleisungen oder Hinweise auf mögliche Erkrankungen präventiv und somit frühzeitig erkennen.
Die Mikrobiome reagieren binnen weniger Tage auf Veränderungen im Futterregime, Stresseinwirkung oder andere Faktoren.
Highlights der Analysen finden Sie rechts in der Infobox.
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Proteobacteria sind eiweißabbauende Bakterien mit Anteilen 4-9% im gesunden Mikrobiom. Höhere Werte sind unerwünscht und mittelfristig mit Nierenproblemen, Aminbildung sowie Ammoniakbildung assoziiert.
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Durchfall, Blähungen oder Verstopfung sind aus Sicht der Mikrobiomforschung primär Hinweise auf entzündliche Darmerkrankungen, veränderte Muzinbildung und Dysbalancen bei darmwichtigen Bakterien wie Faecalibacteria und Akkermansia.
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Im Mikrobiom der Säuger koexistieren Dickmacher-Bakterien (Firmicutes) und Schlankmacher-Bakterien (Bacteroidetes). Diese sollten 90% aller Bakterien im Mikrobiom abbilden. Zugleich stehen sie in einer gesunden Balance zueinander - bei gesunden Tieren. Anhand der Abweichungen kann man die Futterration entsprechend optimieren und Adipositas entgegenwirken, indem man die Schlankmacherbakterien fördert und füttert. Das Ziel einer hohen Futtereffizienz liegt in einer Balancierung des Darm-Mikrobioms der Zootiere.
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Aus der Humanmedizin werden drei Ernährungstypen abgebildet: Fleischesser haben ein Mikrobiom mit Schwerpunkt auf Bacteroides, Pflanzenfresser mit Schwerpunkt auf Prevotella-Arten und Mischköstler mit Schwerpunkt auf Ruminococcus-Arten. Jeder dieser Typen hat Vorteile, aber auch Nachteile. So kann der Fleischesser Vitamine besser verstoffwechseln, der Pflanzenfresser tendiert dagegen zu Vitaminproblemen, die oft nicht durch Nahrungsergänzung ausreichend supplementiert werden können. Der Mischtyp zeigt sich häufig mit günstigeren Werten. In der Praxis neigen Bacteroides-Dominanz zur Adipositas und Prevotella-Dominanz zu schlanken Tieren. Manchmal sind die Tiere übergewichtig trotz vermeintlich guter Fütterung, parallel liegen dann oft Bacteroides und Prevotella mit ähnlichen Anteilen vor. Sie kämpfen um dieselben Nährstoffe. In solchen Fällen genügt es meist, den Bacteroides weniger Nahrung zu geben und die Prevotella etwas zu fördern. Häufig nehmen die Tiere dann ab - ohne besondere Diät.
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Dysbalancen im Mikrobiom führen zunächst zu reversiblen Veränderungen an der Mucinschicht, zu silent inflammation oder silent intoxication. Diese dezenten Veränderungen im Entzündungsgeschehen werden im Praxisalltag nur bedingt erfaßt, erzeugen aber im Laufe der Zeit manifeste Folgeerkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes, Leberschäden, entzündliche Darmerkrankungen. Der Gehalt an Vitamin B12 sinkt, somit steigt auch ROS, die freien Radikale und es kommt zu vermehrtem Zellfraß. Mikrobiom-Analysen erfassen solche Tendenzen frühzeitig und deutlich sensibler als mit crp im Blut, auch Indikatoren für silent inflammation lassen sich leicht finden.
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Bei vermeintlich günstiger Fütterungslage mit hohen Fasergehalten kann es von Tier zu Tier individuell zu Störungen im Mikrobiom kommen, die eigentlich nicht vorkommen dürften. So kann z.B. ein Fleischfresser über ein Mikrobiom verfügen, das eigentlich einem Pflanzenfresser entsprechen würde. Nach genauer Kenntnis der vorliegend störenden Bakterien kann das Mikrobiom neu balanciert werden und die Tiergesundheit gefördert werden.
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Hier kann es sich natürlich um eine Erkrankung oder ein Futterproblem handeln. Wir sehen hier jedoch auch häufig ein Vitamin B-12 Mangelproblem oder eine B-12 Verwertungsstörung aus der entsprechende Antriebslosigkeit resultieren könnte. Sehr gut bioverfügbare Cobalamine könnten substituiert werden. In vielen Fällen reicht es aus, die Vitamin-B12- verarbeitenden Bakterien wie Pseudomonas im Mikrobiom gezielt zu fördern.
Beispiel Ernährungsprobleme von Primaten im Zoo
Viele Primaten im Zoo leiden unter Ernährungsproblemen, weil ihre natürliche, sehr spezialisierte Nahrung schwer exakt nachzubilden ist. Besonders kritisch sind zu zuckerreiche Früchte, falsche Faseranteile und insgesamt unpassende Futterzusammensetzungen, die zu Krankheiten und Verhaltensstörungen führen können.
Zentrale Ernährungsprobleme bei Primaten im Zoo
1. Zu hoher Zuckergehalt in verfüttertem Obst
Kommerzielles Obst enthält viel mehr Zucker und weniger sekundäre Pflanzenstoffe als Wildfrüchte.
Dies führt zu Übergewicht, Diabetes, Zahnproblemen und Darmstörungen.
Fachquellen betonen, dass Primaten an Wildfrüchte angepasst sind, nicht an moderne Zuchtfrüchte. zooklinik.uzh.ch
2. Unpassende Zusammensetzung der Nahrung
Viele Arten erhalten historisch gewachsene, aber ungeeignete Futterpläne („do as we always did“).
Fehlerhafte Empfehlungen können sich über Jahrzehnte halten und zu langfristigen Mangel- oder Überversorgungen führen. zooklinik.uzh.ch
3. Artenvielfalt und spezialisierte Ernährungsbedürfnisse
Primaten unterscheiden sich stark: Es gibt Frugivoren, Folivoren, Insektivoren usw.
Jede Gruppe benötigt andere Nährstoffprofile, Faseranteile und Futterstrukturen.
In Zoos ist es schwierig, diese Vielfalt exakt nachzubilden, was zu Mangelerscheinungen oder Verdauungsproblemen führen kann. MSD Veterinary Manual
4. Verhaltensprobleme durch falsche Fütterung
Ungeeignete Nahrung kann das natürliche Fressverhalten nicht ausreichend stimulieren.
Zu leicht verfügbare, energiereiche Nahrung führt zu Langeweile, stereotypen Verhaltensweisen oder Aggressionen.
Verbesserte Fütterungskonzepte (z. B. Enrichment, schwer zugängliches Futter) sind daher essenziell. Cambridge University Press & Assessment
5. Nährstoffmängel oder -überschüsse
Fehlerhafte Futterzusammensetzungen können Vitamin- oder Mineralstoffmängel verursachen.
Gleichzeitig treten Überversorgungen (z. B. zu viel Energie, zu wenig Faser) häufig auf.
Besonders kritisch sind Calcium-Phosphor-Verhältnisse, Proteinmengen und Ballaststoffe.
Kurzfazit
Moderne Zoos arbeiten zunehmend daran, diese Probleme durch Forschung, Schulung und angepasste Futterkonzepte zu lösen.
Unsere Mikrobiom-Analytik unterstützt moderne Zoos bei der Entwicklung zeitgemäßer Futterkonzepte.